Der Begriff Trivialliteratur
Der Begriff Trivialliteratur leitet sich vom französischen trivial und das wiederum vom lateinischen trivium ab, was im Deutschen „Dreiweg“ bedeutet. In der Vergangenheit war der Ausdruck noch mit dem der Unterhaltungsliteratur gleichzusetzen, im Laufe der Zeit hat er sich aber immer mehr abgespalten und nimmt in dem sogenannten Dreischichtenmodel, welches zur Bewertung von Literatur dient, den letzten Platz ein. Die Art der Literatur, die als besonders ästhetisch und künstlerisch gilt, wird Hochliteratur genannt, die zweite Stufe bildet die Unterhaltungsliteratur, die zwar immer noch einen gewissen Anspruch aufweist, sich aber an das breite Publikum wendet.
Die Ursprünge
Die Kategorie der Trivialliteratur bildete sich erst im 20. Jahrhundert heraus. Ihre Wurzeln liegen in den Räuber-, Ritter-, Schauerromanen und dergleichen, des 18. Jahrhunderts. Auch in den Abenteuerromanen und Feuilletons des 19. Jahrhunderts. Diese werden jedoch eindeutig der Unterhaltungsliteratur zugeordnet. Erst das sogenannten Kolportage, Massenproduktion des 19. Jahrhunderts, meist anonym mit inhaltlich billiger Spannung und Sensation, oft von Bediensteten gelesen, sowie die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erscheinenden Groschenromane, ebneten den Weg der heutigen Trivialliteratur.
Sie unterscheidet sich von den anderen beiden Wertungsstufen in ihrem literarischen Wert, in der Herstellungsmethode, sowie ihre Verbreitung und ihrem Lesepublikum. Es werden stets Pseudonyme verwendet, oft schreibt ein ganzes Autorenteam an den Werken, sie werden als Serie herausgebracht und der Inhalt kann skizzenhaft vom jeweiligen Verlag vorgegeben sein. Zudem arbeiten manche Verlage mit einem Tabukatalog. Trivialliteratur gilt als Massenlesestoff, der als ästhetisch wertlos empfunden und als Groschenhefte oder Taschenbücher über Kioske, Tankstellen oder im Zeitschriftenhandel vertrieben wird.
Eigentlich zeichnet sich Trivialliteratur durch besonders leichte Lesbarkeit aus. So hat jeder, der des Lesens mächtig ist, eine Chance den Inhalt problemlos zu verinnerlichen. Im Gegensatz zur Unterhaltungsliteratur endet Trivialliteratur immer mit einem Happy-End. Dem Leser wird eine Traumwelt, voll von Liebe und Reichtum vorgelegt, die so problemfrei ist, dass Kleinigkeiten zu großen Problemen aufgebauscht werden, die mit etwas Kommunikation vielleicht einfach aus der Welt zu schaffen wären. Aber so wird der Leser aus seinem, wohl eher problematischeren, Alltag entführt und darf sich eine Weile der Leichtigkeit des Geschehens hingeben.
Umfasst viele Genres
Die Trivialliteratur kann von Lyrik, wobei hier eher Schlager und Schnulzen gemeint sind, bis zum Comic und Film alle Gattungen umfassen. Dabei verliert sich das Geschehen des Inhalts in Klischees. Die Charaktere sind nach bestimmten Stereotypen aufgebaut, die sich immer wieder finden, sei es der heldenhafte, gut aussehende Mann, die reiche Zicke oder das unglückliche Mädchen aus dem Mittelstand. Als Kulisse dienen oft romantische Schauplätze wie Burgen, Schlösser oder Villen, je nach Vorgabe, ob es ein Heimatroman, Arztroman, Gruselroman oder dergleichen ist. So sind die Prestige-Milieus der Schmonzetten oft Adel, Ärzte oder Unterwelt. Viel sogenannter Kitsch, der aber von der breiten Lesemasse gefordert wird. Das Feld der Wirkung als vermeintliches Identifikationsmodell, sowie die gesellschaftlichen Aussagen und die Rezeptionsweise, ist das, was Trivialliteratur für die Forschung interessant macht. Schließlich lassen sich aus ihr ungestillte Bedürfnisse und kollektive Massenträume ablesen, sowie die Veränderung des Geschmacks in der Literatur. In der Volkskunde wird Trivialliteratur als Ablösung von ehemals mündlich übertragenen Erzählungen, wie Märchen, angesehen.
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